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Ein paar Worte vorab !!!!!
Ich stecke bereits in der 7. Woche meines
Marathon-Plans für den Amsterdam Marathon. Bis jetzt lief mein
Training meist nach Plan. Nicht immer so einfach, wie ich es gewohnt
bin, aber wenn mir eine Einheit schwer fällt, habe ich mit der
ekligen Waschküchenluft zu kämpfen. Leider haben wir in
diesem Jahr viel zu oft damit zu tun. Von Sommer kann man in diesem
Jahr leider nicht wirklich reden. Völlig Läufer-unfreundlich!
Mein Plan für diesen Halbmarathon habe ich oft umgeschmissen. Wenn
ich vor dem Marathonplan noch plante, einfach nur teilnehmen, eben um
einen Wettkampf zu laufen - so änderte sich die Meinung, als ich
das Training in den letzten Wochen gut steigern konnte. Noch vor 7
Wochen hatte ich Bedenken, wegen meiner Schulterverletzung, doch das
ist mittlerweile Vergangenheit. Das ist komplett ausgeheilt :-) Also
kam der Tag näher und meine Gedanken kreisten umher, evtl. doch
einen schnellen Halben zu rennen. Oder nicht - oder doch....oder-oder!
Wirklich einigen konnte ich mich nicht, wie ich mich hier organisieren
sollte.
Da ich das nicht konnte, übernahm mein Körper die
Entscheidung. Ab Montag verspürte ich leichte Halsschmerzen. Am
Dienstag raste ich mit Blaulicht auf dem Kopf in die Stadt. Ich
brauchte Halsschmerztabletten. Ich hatte Pinne, das toppte alle
Halsschmerzen, nach meiner Mandel-OP (die allerdings schon 23 Jahre her
ist). Das komische war - ich hatte nichts anderes dabei. Einfach
nur wahnsinnige Halsschmerzen. Es gab dann das volle Programm: Kamille,
Salbei, Echinacea, Aspirin, Nasenduschen und und und. Ich wollte nicht
krank werden. Nicht jetzt - mitten in der wichtigsten Phase meiner
Marathonvorbereitung. Mittwoch Nase und Kopf dicht. Na Prima! Ich
schminkte mir Schermbeck schon fast ab - gab aber die Hoffnung nicht
auf. Also weiter mit dem vollen Programm. Ob es nun an dem ganzen
Zeug`s lag, oder woran auch immer - ich hatte Glück und es
verbesserte sich so schnell, wie es kam. Ich habe zwar noch ein paar
Überreste und mache immer noch mit meinem ganzen Zeug weiter, aber
nach 4 lockeren Test-KM entschied ich gestern ganz spontan - heute doch
zu starten. Mein Plan war aber - einen schönen Trainingslauf
daraus zu machen. Nichts riskieren. Die Entscheidung viel mir schwer
und immer wieder plagten mich Selbstzweifel, aber Entscheidungen
müssen irgendwann fallen.
Mal aus der anderen Sicht !!!!
Zum zweiten Mal ging ich heute hier an den Start -
über die Halbmarathonstrecke. Meine erste Erfahrung in 2009 war
nicht so berauschend, denn da bin ich mächtig gestorben. Auch wenn
ich heute nicht auf volles Tempo laufen wollte, so plagten mich
Geister, evtl. wieder zu sterben. Ich kannte ja nun die Strecke, ich
weiß sie ist anspruchsvoll und wieviel Kraft raubte mir meine
Erkältung in dieser Woche? Ich plante einen Trainingslauf im
locker - gefühlten Tempo, doch trotzdem hatte ich ganz schön
Angst. Negative Erfahrungen trägt man leider gerne ganz lange im
Kopf - doch heute lernte ich diesen Lauf (diese Strecke) aus einer ganz
anderen Sicht kennen.
Wir waren bereits vorgemeldet und wie immer lief alles problemlos ab.
Als Voranmelder gab es noch als kleines Präsent eine kleine
Armtasche. Schönes Teil, um Gel`s oder andere Kleinigkeiten zu
transportieren. Nachdem wir unsere Unterlagen hatten, machten wir uns
am Auto für den Lauf fertig. Hier trafen wir (wie verabredet) auf
Ciaron. Gemeinsam ging es dann Richtung Start. Bereits beim Einlaufen
merkte man eine ziemlich schwüle Luft. Ruck Zuck kam der
Schweiß aus alle Poren, obwohl es gerade mal 19 Grad waren, war
es mir persönlich zu warm und zu drückend. Ciaron und Ich
blieben noch bis zum Startschuss zusammen, währenddessen mein
Schatz sich weiter vorne einreihte. Obwohl es hier keine Chipmessung
gibt, reihte ich mich doch etwas weiter hinten ein. Ich wollte auf
keinen Fall mit der Masse mitgerissen werden. Mein Plan hieß
locker - nichts riskieren und das sollte auch ab KM 1 sein.
Als der Startschuss fiel, passierte in meinem Bereich nur wenig.
Ziemlich zäh lief für diesen Bereich der Start ab, aber ich
blieb locker, was ich ja auch getrost konnte :-) Schneller als noch an
der Startlinie gedacht, löste sich das Feld dann aber auf. Nach
ca. 150 bis 200 Meter konnte ich mein Tempo laufen. Mein Anfangstempo
sollte eigentlich so bei 6 Min. liegen, doch KM 1 zeigte mir meine Uhr
5:46 Min. Da es sich aber gut und locker anfühlte dachte ich nicht
weiter darüber nach, sondern lief einfach nach Gefühl weiter.
Ich lief ohne die Uhr / die Pace zu beachten einfach so, dass es mir
nicht zu schwer fiel. Ich hörte einfach auf meinen Körper -
ohne die Pace hinterher zu laufen. Ziemlich gleichmäßig
rennen die Kilometer an mir vorbei und ich konnte den Lauf sogar
genießen. Auch wenn es über die ersten 4 KM ziemlich viel
aufwärts ging, so sah ich es heute aus einer ganz anderen Sicht,
als 2009 :-) Klar kam ich Pustemäßig nicht so locker von
Hocker überall hoch, ein KM lag sogar direkt bei 6 Minuten, aber
das juckte mich heute ja nicht. Nach KM 4 war dann das Asphalt laufen
vorbei und es ging in den Wald. Ab hier hieß es konzentriert
laufen. Die Strecke ist wie oben schon erwähnt nicht ganz einfach,
es sind eben überwiegend Forstwege, die man hier läuft. Der
Regen in den letzten Tagen trug noch dazu bei, dass teilweise noch
Matsch und Pfützen hinzu kamen. Bei KM 5 zeigte mir meine Uhr
29:15 Minuten. Ich renne mittlerweile schon ziemlich allein, so sehr
hat sich das Feld gelichtet. Wenn es nicht unbedingt eine lange Gerade
gab, bekam ich schon Angst, mich zu verlaufen, weil ich meine
Vordermänner aus den Augen verlor :-) Doch schnell machten mich
große - weiße Pfeile auf dem Boden aufmerksam, die mir im
Notfall die Richtung weisen sollten :-) Es zogen sich durchweg immer
wieder mal leichte Hügel rauf und runter, trotzdem hat sich meine
Pace (welche ein wenig schneller wurde) super gleichmäßig
eingestellt. Zwischen KM 9 und 10 ist die erste Verpflegungsstelle. Ich
packte mir direkt zwei Wasserbecher, welche ich beim gehen zu mir nahm.
Mich hetzte ja heute keiner *grins* An der selben Verpflegungsstelle
kommt man dann noch einmal bei ca. KM 15 vorbei. Hier plante ich mein
Gel zu mir zu nehmen. Geplant getan. Wieder einmal probierte ich ein
Gel von Powerbar. Die Wahl war nicht gut. Mal abgesehen davon, dass
sich wieder einmal bestätigte, dass ich das vom Magen her nicht
vertrage, so war der Geschmack und das zähe Zeug heute für
meinen gereizten Hals nicht gut. Das Zeug kratzte wie wild in meinem
Hals, so dass ich einen Mega-Hustenanfall bekam. Ich schnappte mir
schnell 2 Wasserbecher, spülte diese - so schnell es eben zwischen
dem Husten möglich war - runter. Ich hustete wie eine wilde - alle
Blicke auf mich - man war das peinlich. Schnell 2 weitere Becher zum
spülen und schnell weg hier :-) Nach dem insgesamt 4. Becher ging
es wieder und ich konnte weiter laufen :-) Da ich nun schon zwischen KM
15 und 16 unterwegs war, bis hier her einen tollen Lauf hatte,
überschlug ich dann mal meine evtl. Zielzeit. Auch wenn es ein
Trainingslauf ohne Druck werden sollte, wäre eine 1 an erster
Stelle doch schön :-) Mir war bewusst, dass ich das erreichen
könnte, doch dafür hätte ich die letzten 5 KM ein wenig
schneller werden müssen. Wollte ich das, oder wollte ich das
nicht? Ja ich wollte es versuchen. Natürlich nur, so lange ich
dafür nicht kämpfen / beißen musste. Also zog ich ab KM
16 das Tempo leicht an. Nur ein paar Sekunden, aber das sollte ja auch
reichen. Es war zwar deutlich schwieriger, meine Puste gab das
nicht wirklich gut her, aber über 5 KM sollte es wohl nicht
schlimm sein. Das ganze ging dann gut, bis es von KM 19 nach 20 noch
einmal sehr lang aufwärts ging. Hier - eine Pace von um die 5:30
ging gar nicht. Zuerst nahm ich Tempo raus, doch das reichte nicht. Ich
musste hier zu sehr kämpfen, meine Puste war am Ende, das wollte
ich heute auf keinen Fall. Blitzgedanke - Gehpause! Lieber Gehpause,
als mich hier hoch zu kämpfen. Auf diesen KM verlor ich meine gut
gemachten Sekunden, denn ich verlor hier mit einem Schlag eine ganze Minute.
Schade - die sub 2 war somit weg. Na ja egal - locker trudelte ich also
den letzten KM ins Ziel. Jetzt war es auch egal, ob nun 2:00:20 -
2:00:30 - 2:00: 40 oder eben 2:00:53 :-)
Fazit: Ob es nun die richtige Entscheidung war, werde ich morgen sehen.
Noch geht es mir, wie vor dem Lauf. Was ich aber jetzt direkt sagen
kann: " Ich habe den Lauf heute in guter Erinnerung"! :-) Wenn man
nicht unbedingt auf Anschlag rennt, kann man diesen Lauf auch
genießen, man muss eben nur das Tempo anpassen. Ich fand heute
sogar die Strecke schön - nur die Luft hätte für mich
besser sein können.
Meine 5 KM-Splits zeigen, wie gleichmäßig ich unterwegs war:
29:15 / 28:39 / 28:23 / 28:24 - Rest 6:12
Das Tempo war, für heute genau richtig - ich hätte nicht
schneller sein dürfen, das wäre heute wieder in die Hose
gegangen. Das wurde mir nämlich bewusst, als ich ab KM 16 das
Tempo ein paar Sekunden anzog.
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