11.09.2011 

Schermbecker Halbmarathon

 21,1 KM






 

Ein paar Worte vorab !!!!!

Ich stecke bereits in der 7. Woche meines Marathon-Plans für den Amsterdam Marathon. Bis jetzt lief mein Training meist nach Plan. Nicht immer so einfach, wie ich es gewohnt bin, aber wenn mir eine Einheit schwer fällt, habe ich mit der ekligen Waschküchenluft zu kämpfen. Leider haben wir in diesem Jahr viel zu oft damit zu tun. Von Sommer kann man in diesem Jahr leider nicht wirklich reden. Völlig Läufer-unfreundlich!

Mein Plan für diesen Halbmarathon habe ich oft umgeschmissen. Wenn ich vor dem Marathonplan noch plante, einfach nur teilnehmen, eben um einen Wettkampf zu laufen - so änderte sich die Meinung, als ich das Training in den letzten Wochen gut steigern konnte. Noch vor 7 Wochen hatte ich Bedenken, wegen meiner Schulterverletzung, doch das ist mittlerweile Vergangenheit. Das ist komplett ausgeheilt :-) Also kam der Tag näher und meine Gedanken kreisten umher, evtl. doch einen schnellen Halben zu rennen. Oder nicht - oder doch....oder-oder! Wirklich einigen konnte ich mich nicht, wie ich mich hier organisieren sollte.

Da ich das nicht konnte, übernahm mein Körper die Entscheidung. Ab Montag verspürte ich leichte Halsschmerzen. Am Dienstag raste ich mit Blaulicht auf dem Kopf in die Stadt. Ich brauchte Halsschmerztabletten. Ich hatte Pinne, das toppte alle Halsschmerzen, nach meiner Mandel-OP (die allerdings schon 23 Jahre her ist).  Das komische war - ich hatte nichts anderes dabei. Einfach nur wahnsinnige Halsschmerzen. Es gab dann das volle Programm: Kamille, Salbei, Echinacea, Aspirin, Nasenduschen und und und. Ich wollte nicht krank werden. Nicht jetzt - mitten in der wichtigsten Phase meiner Marathonvorbereitung. Mittwoch Nase und Kopf dicht. Na Prima! Ich schminkte mir Schermbeck schon fast ab - gab aber die Hoffnung nicht auf. Also weiter mit dem vollen Programm. Ob es nun an dem ganzen Zeug`s lag, oder woran auch immer - ich hatte Glück und es verbesserte sich so schnell, wie es kam. Ich habe zwar noch ein paar Überreste und mache immer noch mit meinem ganzen Zeug weiter, aber nach 4 lockeren Test-KM entschied ich gestern ganz spontan - heute doch zu starten. Mein Plan war aber - einen schönen Trainingslauf daraus zu machen. Nichts riskieren. Die Entscheidung viel mir schwer und immer wieder plagten mich Selbstzweifel, aber Entscheidungen müssen irgendwann fallen.



Mal aus der anderen Sicht !!!!

Zum zweiten Mal ging ich heute hier an den Start - über die Halbmarathonstrecke. Meine erste Erfahrung in 2009 war nicht so berauschend, denn da bin ich mächtig gestorben. Auch wenn ich heute nicht auf volles Tempo laufen wollte, so plagten mich Geister, evtl. wieder zu sterben. Ich kannte ja nun die Strecke, ich weiß sie ist anspruchsvoll und wieviel Kraft raubte mir meine Erkältung in dieser Woche? Ich plante einen Trainingslauf im locker - gefühlten Tempo, doch trotzdem hatte ich ganz schön Angst. Negative Erfahrungen trägt man leider gerne ganz lange im Kopf - doch heute lernte ich diesen Lauf (diese Strecke) aus einer ganz anderen Sicht kennen.

Wir waren bereits vorgemeldet und wie immer lief alles problemlos ab. Als Voranmelder gab es noch als kleines Präsent eine kleine Armtasche. Schönes Teil, um Gel`s oder andere Kleinigkeiten zu transportieren. Nachdem wir unsere Unterlagen hatten, machten wir uns am Auto für den Lauf fertig. Hier trafen wir (wie verabredet) auf Ciaron. Gemeinsam ging es dann Richtung Start. Bereits beim Einlaufen merkte man eine ziemlich schwüle Luft. Ruck Zuck kam der Schweiß aus alle Poren, obwohl es gerade mal 19 Grad waren, war es mir persönlich zu warm und zu drückend. Ciaron und Ich blieben noch bis zum Startschuss zusammen, währenddessen mein Schatz sich weiter vorne einreihte. Obwohl es hier keine Chipmessung gibt, reihte ich mich doch etwas weiter hinten ein. Ich wollte auf keinen Fall mit der Masse mitgerissen werden. Mein Plan hieß locker - nichts riskieren und das sollte auch ab KM 1 sein.

Als der Startschuss fiel, passierte in meinem Bereich nur wenig. Ziemlich zäh lief für diesen Bereich der Start ab, aber ich blieb locker, was ich ja auch getrost konnte :-) Schneller als noch an der Startlinie gedacht, löste sich das Feld dann aber auf. Nach ca. 150 bis 200 Meter konnte ich mein Tempo laufen. Mein Anfangstempo sollte eigentlich so bei 6 Min. liegen, doch KM 1 zeigte mir meine Uhr 5:46 Min. Da es sich aber gut und locker anfühlte dachte ich nicht weiter darüber nach, sondern lief einfach nach Gefühl weiter. Ich lief ohne die Uhr / die Pace zu beachten einfach so, dass es mir nicht zu schwer fiel. Ich hörte einfach auf meinen Körper - ohne die Pace hinterher zu laufen. Ziemlich gleichmäßig rennen die Kilometer an mir vorbei und ich konnte den Lauf sogar genießen. Auch wenn es über die ersten 4 KM ziemlich viel aufwärts ging, so sah ich es heute aus einer ganz anderen Sicht, als 2009 :-) Klar kam ich Pustemäßig nicht so locker von Hocker überall hoch, ein KM lag sogar direkt bei 6 Minuten, aber das juckte mich heute ja nicht. Nach KM 4 war dann das Asphalt laufen vorbei und es ging in den Wald. Ab hier hieß es konzentriert laufen. Die Strecke ist wie oben schon erwähnt nicht ganz einfach, es sind eben überwiegend Forstwege, die man hier läuft. Der Regen in den letzten Tagen trug noch dazu bei, dass teilweise noch Matsch und Pfützen hinzu kamen. Bei KM 5 zeigte mir meine Uhr 29:15 Minuten. Ich renne mittlerweile schon ziemlich allein, so sehr hat sich das Feld gelichtet. Wenn es nicht unbedingt eine lange Gerade gab, bekam ich schon Angst, mich zu verlaufen, weil ich meine Vordermänner aus den Augen verlor :-) Doch schnell machten mich große - weiße Pfeile auf dem Boden aufmerksam, die mir im Notfall die Richtung weisen sollten :-) Es zogen sich durchweg immer wieder mal leichte Hügel rauf und runter, trotzdem hat sich meine Pace (welche ein wenig schneller wurde) super gleichmäßig eingestellt. Zwischen KM 9 und 10 ist die erste Verpflegungsstelle. Ich packte mir direkt zwei Wasserbecher, welche ich beim gehen zu mir nahm. Mich hetzte ja heute keiner *grins* An der selben Verpflegungsstelle kommt man dann noch einmal bei ca. KM 15 vorbei. Hier plante ich mein Gel zu mir zu nehmen. Geplant getan. Wieder einmal probierte ich ein Gel von Powerbar. Die Wahl war nicht gut. Mal abgesehen davon, dass sich wieder einmal bestätigte, dass ich das vom Magen her nicht vertrage, so war der Geschmack und das zähe Zeug heute für meinen gereizten Hals nicht gut. Das Zeug kratzte wie wild in meinem Hals, so dass ich einen Mega-Hustenanfall bekam. Ich schnappte mir schnell 2 Wasserbecher, spülte diese - so schnell es eben zwischen dem Husten möglich war - runter. Ich hustete wie eine wilde - alle Blicke auf mich - man war das peinlich. Schnell 2 weitere Becher zum spülen und schnell weg hier :-) Nach dem insgesamt 4. Becher ging es wieder und ich konnte weiter laufen :-) Da ich nun schon zwischen KM 15 und 16 unterwegs war, bis hier her einen tollen Lauf hatte, überschlug ich dann mal meine evtl. Zielzeit. Auch wenn es ein Trainingslauf ohne Druck werden sollte, wäre eine 1 an erster Stelle doch schön :-) Mir war bewusst, dass ich das erreichen könnte, doch dafür hätte ich die letzten 5 KM ein wenig schneller werden müssen. Wollte ich das, oder wollte ich das nicht? Ja ich wollte es versuchen. Natürlich nur, so lange ich dafür nicht kämpfen / beißen musste. Also zog ich ab KM 16 das Tempo leicht an. Nur ein paar Sekunden, aber das sollte ja auch reichen.  Es war zwar deutlich schwieriger, meine Puste gab das nicht wirklich gut her, aber über 5 KM sollte es wohl nicht schlimm sein. Das ganze ging dann gut, bis es von KM 19 nach 20 noch einmal sehr lang aufwärts ging. Hier - eine Pace von um die 5:30 ging gar nicht. Zuerst nahm ich Tempo raus, doch das reichte nicht. Ich musste hier zu sehr kämpfen, meine Puste war am Ende, das wollte ich heute auf keinen Fall. Blitzgedanke - Gehpause! Lieber Gehpause, als mich hier hoch zu kämpfen. Auf diesen KM verlor ich meine gut gemachten Sekunden, denn ich verlor hier mit einem Schlag eine ganze Minute. Schade - die sub 2 war somit weg. Na ja egal - locker trudelte ich also den letzten KM ins Ziel. Jetzt war es auch egal, ob nun 2:00:20 - 2:00:30 - 2:00: 40 oder eben 2:00:53 :-)

Fazit: Ob es nun die richtige Entscheidung war, werde ich morgen sehen. Noch geht es mir, wie vor dem Lauf. Was ich aber jetzt direkt sagen kann: " Ich habe den Lauf heute in guter Erinnerung"! :-) Wenn man nicht unbedingt auf Anschlag rennt, kann man diesen Lauf auch genießen, man muss eben nur das Tempo anpassen. Ich fand heute sogar die Strecke schön - nur die Luft hätte für mich besser sein können.

Meine 5 KM-Splits zeigen, wie gleichmäßig ich unterwegs war:
29:15 / 28:39 / 28:23 / 28:24 - Rest 6:12

Das Tempo war, für heute genau richtig - ich hätte nicht schneller sein dürfen, das wäre heute wieder in die Hose gegangen. Das wurde mir nämlich  bewusst, als ich ab KM 16 das Tempo ein paar Sekunden anzog.
 
 Angelika Just