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Fühlt sich so sterben an ?
Letzte Woche noch
so tolles Wetter und heute dafür um so schlimmer. Es regnet seit
Tagen - ständig und immer wieder. Selbst um eine trockenen
Trainingseinheit genießen zu können, musste man schon
Glück haben. Regen ist ja schön und gut, wenn man dann erst
einmal unterwegs ist, aber das - was ich heute erlebt habe, hat alles
bisher erlebte geschlagen. War es vorher noch leichter Regen - so kam
es beim Lauf um so heftiger......
Da wir uns bereits letzte Woche für beide Läufe anmeldeten,
fuhren wir heute erst um 13:00 Uhr los. Bis zur Abfahrt hörte es
irgendwie nie auf zu regnen und Lust hatte ich nicht wirklich viel
mehr. Aber man kann sich das Wetter leider nicht immer aussuchen.
Allein meine Ziele für dieses Jahr, motivierten mich, dass ich da
heute einfach durch muss. Als wir dann unterwegs waren, hörte es
endlich mal auf - doch das war leider nicht von langer Dauer. Als wir
vor Ort ankamen, umgezogen waren und unsere Einlaufrunde beginnen
wollten, ging es weiter. Schnell zogen wir uns noch von Runners Point
einen Regenmüllbeutel :-) über und los ging`s über die
Laufstrecke. Da der Rundkurs klein ist, bietet es sich hier an, sich
hier einen Vorgeschmack zu holen. Klar waren wir neugierig, wie nach
diesem Wetter die Strecke aussieht. Noch beim einlaufen waren wir aber
positiv überrascht. Bis auf wenige Abschnitte, bot sie bislang
nicht sehr viel Matsche. Doch das änderte sich später
schneller als einem lieb war.
Pünktlich standen wir im Starterfeld, welches heute mit 121
Teilnehmern kleiner war, als letzte Woche. Immer noch Regen -
ätzend! Wieder stellte ich mich weiter hinten auf, doch heute war
das nicht gut. Es wurde runter gezählt, wir wurden auf die Strecke
geschickt, doch irgendwie passierte nicht wirklich viel. Bis ich
über die Startlinie kam, verging deutlich mehr Zeit, als letzte
Woche und ich zog an vielen vorbei. Hier standen heute einige nicht
richtig, aber das hat man eben immer wieder, sobald man ohne
Chipmessung läuft. Als sich das Feld gelichtet hat, ich meine
Position fand, konnte ich zwar gut Gas geben, an der langen
Bergabpassage, doch leider lag der erste KM trotzdem bei 5:19 - da ich
kaum weg kam. Deutlich über der Zeit von letzte Woche. Der Regen
wurde immer stärker und man war bereits nach KM 1 gut nass. Als es
nach der ersten Rechtskurve das erste mal bergauf ging, kam einem neben
dem Regen noch ein richtig gemeiner Wind entgegen. Obwohl es heute mit
7 - 8 Grad wärmer war, als letzte Woche, so fühlte es
sich heute eisiger an - wahrscheinlich durch den Wind und dem Regen. KM
2 war geschafft - hier hatte ich mit einer Pace 5:13 eine Punktlandung
(siehe Lauf 1 :-) ) Ich war nun in Runde 2 und stellte fest, dass ich
heute irgendwie schon angeschlagener war, als beim letzten Lauf. Wieder
ging es abwärts ich konnte gut Gas geben und mir ein wenig
verlorene Zeit frei laufen, bis ich unten am Berg feststellte, dass
mein rechter Schuh sehr locker wurde. Ein Blick nach unten
verriet mir, dass tatsächlich mein Schuh auf gegangen war.
Super - geiler Anfängerfehler! Warum nur fehlte mir heute meine
Doppelschleife, welche ich eingentlich immer bei einem WK habe? Ganze
Aufregung nutzte nix, der Schuh musste wieder zu. Die ganze Aktion
kostete mir super viel Zeit - es war nicht einfach mit Handschuhen eine
Schleife zu binden :-) Somit lag KM 3 mit 5:21 weit über dem, was
man an diesem tollen Streckenabschnitt eigentlich erreichen kann.
Erneut kämpfte ich mich diesen gemeinen Anstieg hoch, immer noch
Regen und Wind ohne Ende. Oh mein Gott, das ist gerade Runde 2 - Du
hast danach noch 3 - Du willst und kannst jetzt schon nicht mehr - ging
es mir durch den Kopf. Vor mir lag allerdings mein anvisiertes Ziel,
welches ich heute schlagen wollte :-) Obwohl ich durch meine
Schnürsenkelaktion viel Zeit verlor, pirschte ich mich wieder an
dieses Ziel ran. Als ich in Runde drei ging, prasselte der Regen so
brutal auf uns runter, dass ich von nun an keinen Blick mehr auf meine
Uhr wagte, sondern mich nur noch darauf konzentrierte, überhaupt
noch etwas zu sehen. Ich kämpfte mich erneut den Berg hoch und mir
kam im Kopf auszusteigen. Irgendwie wollte ich das nicht mehr - das
ganze hatte nix mehr mit WK laufen zu tun. Die Kleidung wog bestimmt
schon 6 KG - man sah außer Sprühregen nix mehr und die
Strecke verwandelte sich immer mehr zu einem Matschkurs (zumindest an
einigen Abschnitten). Knapp vor mir immer noch mein anvisiertes
Ziel - damit versuchte ich mich nun abzulenken. Gleichzeitig dachte ich
mir "aussteigen? - mit so einen Scheiß, fängst erst gar
nicht an"! Also ging es ab in Runde 4. Hier schaffte ich es dann auch
mein anvisiertes Ziel zu überholen *FREU*. Kurz glaubte ich, mit
meinem Überholmannöver bei ihr Kräfte frei gesetzt zu
haben, doch das hielt nicht lange an. Ich war durch dieses
Überholmannöver kurz so abgelenkt und gepuscht, dass ich hier
meinen bisher schnellsten KM rante (5:05) Jetzt hieß es nur noch
diese Runde zu Ende zu bringen und dann noch eine. Das packst jetzt
auch noch irgendwie! Als ich mich zum vierten Mal diesen Berg
hochhiefte, mir wieder dieser Regen ins Gesicht knallte, war ich
schnell wieder in meinen gemeinen Gedanken, die sich immer abwechselten
mit "lass sie nicht wieder an Dir vorbei"! :-) Als ich mich in die
letzte Runde begab, sehnte ich mich nur noch ins Ziel - ab aus den
nassen Klamotten - ab aus diesen doofen Regen und so schnell wie
möglich unter eine warme Dusche. Von KM 7 nach 8 rannte ich den KM
in 4:48 - ich frage mich, wie kann man so viel Kraft frei setzten? :-)
Die Kraft hielt aber nur beim abwärtslaufen an, denn den letzten
KM vergeigte ich dann auch direkt wieder mit einer Pace von 5:43
(Punktlandung mit letzte Woche :-) )
Mit einer Zielzeit von 48:19 liege ich zwar ein paar Sekunden über
der Zielzeit aus Teil 1, aber am Ende bin ich doch zufrieden, denn es
ging nicht nur mir so. Ich kämpfte mich heute in der Seriewertung
auf Platz 5 in meiner AK - wo ich letzte Woche noch auf Platz 7 lag.
Auch wenn es durch den Regen kein schöner Lauf war, so bin ich
doch froh, es durchgezogen zu haben. Was mich nicht umhaut, man mich
stark - der Hermann kommt :-)
Ob ich im nächsten Jahr wieder dabei bin? Das weiß ich heute
noch nicht. Im Moment bin ich einfach nur abgenervt, auch wenn ich mich
über mein erreichtes Ziel freu. Die Veranstaltung ist klasse, die
Strecke schwer, aber cool - aber man kann sagen, dieser Lauf steht und
fällt mit dem Wetter.
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